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Land Vietnam

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Regionen in Vietnam

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Städte in Vietnam

Delta des Roten Flusses

„Song Hong“, der „rote Fluß“, hat seinen Namen von den rötlichen Lehmsedimenten, die ihm die charakteristische Farbe verleihen. Der in China entspringende 1200 km lange Strom fließt durch Vietnam auf 510 km und ergießt sich südlich von Hai Phong ins Meer, wobei er sein fächerförmiges Delta, das eine Fläche von etwa 15.000 km²umfaßt (entspricht ungefähr der Größe Schleswig-Holsteins), das sich ständig durch Ablagerungen vergrößert. Der für seine plötzlich bei Regen entstehenden Springfluten berüchtigte Fluß, der auf ein Vielfaches seiner eigentlichen Größe anschwellen und seinen Hochwasserpegel plötzlich um 10 Meter steigen lassen kann, ist bereits seit über 1000 Jahren eingedeicht.

Durch die Lehmablagerungen ist das eingedeichte Land höher als die Umgebung und die Deiche tragen auf ihren breiten Kronen Straßen und Verkehrswege, die inzwischen über 3000 km Länge besitzen. Das nahegelegene Hanoi darf sich zu Recht als „Venedig des Ostens“ feiern lassen, denn seine Wasserstraßen waren schon angelegt, als es das dafür bekanntere thailändische Bangkok noch gar nicht gab.

Bergland des Nordens

Die Kontraste Vietnams treten besonders auch im Norden auf. So befinden sich im Westen die ?Alpen von Tonkin?, die 3000 m hoch sind, und am Golf von Tonkin liegen die Tiefebenen kaum über dem Meeresspiegel. Hier gibt es auch die am dichtesten besiedelten Gebiete (an der Mündung des Thai Binh) aber auch die ödesten und menschenleersten (an der Grenze zu Laos). Insgesamt wohnen ca. 40% der Bevölkerung auf einer Landfläche von ca. 25%.

Es ist der industriell am weitesten fortgeschrittene Teil des Landes und auch der traditionsreichste. Bac Boa wird auch als Wiege der vietnamesischen Zivilisation bezeichnet. In diesem fruchtbaren, jedoch auch wegen der Naturkatastrophen gefürchteten Gebiet lebten schon sehr früh Menschen.

Nördliche Zentralküste

Bis unmittelbar an die Küste rücken die Gebirgszüge und wirken hier nicht nur als Klimascheide, sondern prägen mehrere eigenständige Landschaften. Zwischen den Orten Hue und Da Nang liegt der Wolkenpaß, der nicht nur das subtropisch geprägte Nordvietnam vom tropischen Süden trennt, sondern auch jahrhundertelang als "kulturelle" Barriere den eher chinesisch orientierten Nordteil vom "indisierten" Süden abschottete.

Dicht besiedelt ist der Nordteil des Landes. Die südliche Zentralküste, mit 9 Millionen Bewohnern und einer Fläche von etwa 51.000 km² grenzt - bis auf das fruchtbare Schwemmland von Thanh Hoa, das vielfach aber noch zum Delta des Roten Flusses gerechnet wird - an Laos.

Südliche Zentralküste

Erst zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert eroberten die Vietnamesen das Land südlich des Wolkenpasses von den Cham. Die etwa 45.000 km² große Region ist mit 6,9 Millionen Einwohnern weniger dicht besiedelt als der nördliche Nachbar. Tropisch ist das Klima hier und begünstigt neben dem Anbau industrieller Kulturen auch das Gedeihen von Kokospalmen und Zuckerrohr.

Zentrales Hochland

Die am dünnsten besiedelte Region Vietnams im Zentralen Hochland umfaßt etwa 55.600 km² und wird von nur etwa 2,2 Millionen Menschen bewohnt. Undurchdringliche Bergwälder und bewaldete Plateaus prägen die Region, die traditionell von Minderheiten wie den Sedang, Ede und Jarai bewohnt wird. Nach der großangelegten Umsiedlungspolitik der Regierung ist das Gebiet stärker durch Vietnamesen besiedelt. Hier gedeihen im milden Klima nicht nur Kaffee, Tee und Kautschuk, sondern es weiden hier riesige Rinderherden und man findet Obst und Gemüse, die es in dieser Art sonst nirgends im Land gibt.

Nordöstlicher Süden

Erst im 17. und 18. Jahrhundert vietnamesisch besiedelt, umfaßt der Süden etwa 35% des Landesterritoriums. Der drittlängste Fluß des Landes, der Song Dong Nai, bewässert hier große Teile des Nordost-Plateaus. In diesem Teil Vietnams liegt auch der Stadtstaat Thanh Pho Ho Chi Minh mit seinem Zentrum Saigon. Er umfaßt 5,1 Millionen Einwohner und ist Wirtschaftsmetropole und Zentrum des westlichen Einflusses. Erst 1859 gründeten die französischen Kolonialherren die Stadt, die bis dahin ein kleiner Handelshafen der Khmer war, in den erst Ende des 17. Jahrhunderts die Vietnamesen eingezogen sind. Landwirtschaftlich genutzt wird die Region bis zur kambodschanischen Grenze vor allem durch Kautschuk-Plantagen und Viehzucht.

Mekong Delta

Über 4.000 km lang ist der in Tibet entspringende Mekong, der zunächst durch Südchina fließt. In neun Mündungsarmen ergießt er sich in sein riesiges Delta, das mit ca. 45.000 km² etwa dreimal so groß wie das des "Roten Flusses" ist. Hier, in der größten und ertragreichsten Reisanbau-Region Vietnams leben etwa 15 Millionen Menschen, die etwa 90 % aller Ernteüberschüsse des Landes erzeugen. Entgegen dem wilden Roten Fluß spaltet sich der gemächlich fließende Mekong in ein unentwirrbares Netz von Flüßchen, Kanälen und Sumpfarmen, deren Wasserspiegel durch den Tonle Lap See in Kambodscha konstant gehalten wird. Der See fungiert als Regulator, denn er liegt tiefer als der Fluß, so daß im Hochwasserfall dessen überschüssige Wassermassen "rückwärts" in den See abfließen können.